Steinmale in der Presse


(27.10.2007 / Rheinische Post v. Manfred Müschenig)

Ein Einbauschrank findet sich heutzutage in sehr vielen Wohnungen. Über einen Einbaumschrank hingegen verfügt hierzulande wohl niemand. Mit einer Ausnahme: der Erkrather Steinbildhauermeister Martin Hahn hat solch ein Schmuckstück nun auf seinem Werkstattgelände in Hochdahl stehen. Genau genommen ist das auch kein Wohnzimmermöbel, sondern ein Kunstwerk, das er da aus dem Stamm einer mindestens 100 Jahre alten Eiche geschaffen hat.Einen Teil des Stammes hat er ausgehölt, ein Stück der Außenwand zu einer Tür verarbeitet, der man auf den ersten Blick diese Fumktion gar nicht ansieht, und aus der Höhlung blickt dem Betrachter nun das Gesicht des Baumgeistes entgegen.Mit dieser Arbeit wird sich Hahn im nächsten Jahr an der Gartenausstellung im Haus der Hildener Künstler beteiligen.

"Die Idee schwebt mir schon lange vor, aber ich habe nie den passenden Baum gefunden", berichtet Martin Hahn. Bis er dann mitbekam, dass der Baumdoktor in der Sandheide einer mächtigen alten Eiche keine Überlebenschance mehr gegeben hattte. Das war die Gelegenheit für M.Hahn, endlich den Traum zu realisieren. Und es sei auch ein mächtiges Stück Arbeit gewesen, den schweren Stamm in seine Werkstatt an der Kurzen Straße zu schaffen. Alleine dieser etwa 2,10 Meter hohe Stumpf mit einem Durchmesser von 90 Zentimetern bringt gut 1200 Kilogramm auf die Waage.

Als er stes wurde mit der Kettensäge ein Rechteck tief in den Stamm geschnitten. Dann folgte schräg von hinten ein Lösungsschnitt, so dass die spätere Tür mit einem Teil des Baumkerns herausgezogen werden konnte.Hört sich einfach an, war aber eine Heidenarbeit, räumt Hahn ein. Vier Stunden habe erdafür an einem Samstag im Sommer die Nachbarn mit der Kettensäge genervt, bis endlich die Lücke geschaffen war.

Und dann konnte es an die Feinarbeit gehen. Aus dem herausgeschnittenen Klotz wurde eine Tür gefertigt, und hinten im Hohlraum lugt nun ein Gesicht unter einer Eichenlaubhaarpracht hervor, mit einem Stechbeitel ins Holz geschnitten. Dass der Innenraum außerdem noch ausgebrannt wurde, gibt dem Kunstwerk eine besondere Note.Und wiel die Arbeit ja ähnlich wie die Einbaumfertigung bei Naturvölkern erfolgte, hat Hahn sein Werk für sich Einbaumschrank genannt. Normalerweise ist das Gestalten von Grab-und Gedenksteinen das Metier von Martin Hahn. Statt mit dem Stemmeisen hat er nun mit dem Beitel gearbeitet, musste die Laufrichtung des Holzes berücksichtigen, konnte aber bei der Gestaltung-anders als bei den Auftragsarbeiten-seiner Phantasie freien Lauf lassen. Und das habe dann doch mächtigen Spaß gemacht.

(22.11.2006 / Lokalanzeiger)
[...] von der Decke hin Martin Hahns "Tiefenlot" herab. Im Kanopengefäß wiederum lagen zwei Augen. "Bei den alten Chinesen wurden in Kanopengefäßen die Organe der Toten mit auf deren letzte Reise geschickt"...Dass diese Augen allerdings durch Drücken blinken, w ar vor tausend Jahren aber wohl nicht so [...]
(20.11.2006 / WZ v. Sabine Maguire)
[...] ist es der Jury erneut gelungen, die Bandbreite der Erkrather Kunstszene einer interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren.Was vor zwölf Jahren ERKart begann,hat sich längst über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen gemacht [...]
Tiefenlot
(20.11.2006 / Rheinische Post / Ulla Pantel)
"Gefährlich", sagt ein Besucher und weist auf das schwere, frei im Raum hängende "Tiefenlot" von Martin Hahn. Scharf wie ein geschliffenes Projektil weist die Spitze gen Erdmittelpunkt [...]
Wohin mit "Agent Orange"
(18.11.2006 / Rheinische Post v. Monika Spanier)
[...] Steinbildhauer Martin Hahn (37) ist immer noch unschlüssig, ob er sein Werk "Agent Orange", das aus chinesischem Quarzit gearbeitet ist und an das Gift erinnern soll, das in Vietnam versprüht wurde, als Mahnmal vor dem Eingang oder inmitten der Großgalerie befestigen soll. Sein zur Decke wandernder Blick gibt zu verstehen, wegen der vorbereiteten Kordel sollte der Stein besser im Innenraum hängen [...]
(29.04.2004 / Solinger Tageblatt)
Im Mittelpunkt steht der Damaststahl
Zum fünften Mal findet unter der Müngstener Brücke die Ausstellung 'Tage der offenen Tore' statt, in der Zeit vom 30. April bis 2. Mai. Kunsthandwerk wird gezeigt und demonstriert. Motto: 'Das Handwerk in Aktion'. [...] Martin Hahn zeigt Grabmalgestaltung, Garten und Wohnobjekte aus Stein. Er bietet Aktivitäten zum Mitmachen, Schrift zum Ausschlagen [...]
(11.07.2000 / Rheinische Post / v. Manfred Müschenig)
Erkrath. Eine Eins in Mathematik ist für diesen Beruf ebenso wenig erforderlich wie eine Supernote in Deutsch und Englisch, wichtig sei vor allem das künstlerische Geschick, betont Steinbildhauermeister Martin Hahn. "Fingerfertigkeit ist ein Talent, das man mitbringen muss. Man muss ein Gefühl haben für den Stein, der bearbeitet wird". Martin Hahn, seit 1987 im Beruf und seit 1999 Inhaber des Familienbetriebes an der Wiesenstraße, bietet jetzt erstmals einen Ausbildungsplatz für einen Steinbildhauer an. Neben der Fingerfertigkeit ist in diesem Beruf ganz besonders Sorgfalt bei der Arbeit gefragt - ein Fehler im Stein lässt sich in der Regel nicht mehr ausmerzen.

Es sind vor allem Grabsteine, die in dem vor 35 Jahren gegründeten Familienbetrieb bearbeitet werden. Und dazu zählt nicht nur das In-Form-Bringen des Steines und das Versehen mit einer Inschrift, auch die Arbeiten wie das Setzen des Fundamentes, das Anbringen von Grabumrandungen oder das Aufstellen des Steines gehört dazu. Eine gewisse Portion Kraft wäre da nicht schlecht, aber man muss nicht unbedingt Bodybuilder sein, um den Beruf zu ergreifen. Viel wichtiger sei es zu wissen, wie man schwere Dinge bewegt. "Das geht ein bisschen wie bei den Ägyptern: Mit Rollen, Klötzchen und Hebeln."
Auf den Daumen achten
Hammer und Meißel sind das Handwerkszeug mit dem der Steinbildhauer irgendwann wie im Schlaf umgehen könne. In der ersten Zeit müsse man aber schon sehr vorsichtig sein, bis man ein Gefühl dafür bekomme, da erwische es auch schon mal den Daumen, erinnert sich Martin Hahn an seine Ausbildungszeit. Auch wenn die Bearbeitung von Grabsteinen den Schwerpunkt in seinem Betrieb ausmacht, so gibt es natürlich viele andere Arbeiten, die ebenfalls zum Beruf des Steinbildhauers gehören. Beispielsweise das Verlegen von Steinfußböden, die Installation von Außenwandverkleidungen, die Anlage von Treppen und Terrassen. Und auch die Restauration von Baudenkmälern und historischen Kunstwerken gehört zum Aufgabenfeld. "Ein gewisses Interesse, im Urlaub in Kirchen zu gehen, sich die verschiedenen Baustile anzusehen, zu erkennen, was zusammenpasst, was stilfalsch ist, auch das gehört dazu", meint der 31-jährige Steinbildhauermeister aus Erkrath. Als Steinbildhauer ist man also nicht sein Leben lang auf die Herstellung von Grabsteinen fixiert, man kann auch zu einer Dombauhütte gehen oder sich anschließend weiterbilden und dann auf die Restauration von alten Gemäuern spezialisieren. Gerade in diesem Bereich werde immer noch vieles falsch gemacht, weiß Martin Hahn.
(20.04.2000 / Rheinische Post / v. R. Mairose-Gundermann)
Hartes Gestein formen
Erkrath. "Ich habe schon mit sechs Jahren Hammer und Meißel in die Hand genommen und so herumgepickert", beschreibt Steinmetz- und Bildhauermeister Martin Hahn (31) seine frühen Ambitionen zu handwerklicher Arbeit. Die Fähigkeit, hartem Gestein eine Form zu geben, liegt in der Familie. Vater, Onkel, Vetter waren, oder sind im gleichen Handwerk tätig. Seine Werkstatt, vor der Grabmale, Findlinge, Plastiken scheinbar zufällig kreisrund angeordnet stehen, hat Martin Hahn in Hochdahl am Friedhof Trills. "Am liebsten hätte ich hier ein richtiges Stonehenge", schwärmt der Steinbildhauer.

Martin Hahn, geboren 1968 in Hilden, aufgewachsen in Hochdahl, absolvierte seine Ausbildung in Solingen, legte in Mettmann die Fachhochschulreifeprüfung für Gestaltung ab und arbeitete in seiner Gesellenzeit in Düsseldorf und Velbert. Das deutliche Zeichen seiner Prüfung zum Steinmetz- und Steinbildhauermeister 1997 steht vor seiner Werkstatt: Ein beeindruckendes, großes Opferschwert aus dem grauen Hartgestein Impala.

Bis Martin Hahn 1998 den ursprünglich väterlichen Betrieb übernahm - der wurde zehn Jahre lang unter dem Namen "Hahn und Lommen" geführt - arbeitete er als Werkstattmeister in einem Kölner Betrieb, am berühmten Melatenfriedhof. "Ich wäre ebenso gerne Zimmermann geworden, hätte Dachstühle gebaut", räumt Hahn ein. Zu spät habe er festgestellt, dass es auch den Ausbildungszweig des Holzbildhauers gebe.

Seine Begeisterung für Holzarbeiten kann er zwar als Steinmetz von Grabmalen nicht umsetzen, umso mehr fließt sie bei seinen künstlerischen Arbeiten ein. Auf der LokArt fiel sein überdimensionaler hölzerner, von innen ausgefressener "Zahn der Zeit" ins Auge. Einen alten Kirschbaum, den der Besitzer zu Brennholz machen wollte, schälte er innen aus, bearbeitete ihn und schuf so eine verschlungene Plastik.

Seine Werkstatt, in der sich das Modell zu einem Menschenturm "Aufbegehren", steinerne Torsi, eine Schale aus Anröchter Dolomit mit Presslufthammer ausgehölt, ein angefangener Liegestein neben Industriestaubsauger, Maske und Ohrstopfen befindet, zeigt alle Zeichen intensiver Arbeit. Skizzen an Wänden, die gelegentlich übertüncht werden. "Ich würde gern workoholicmäßig arbeiten, am liebsten immer dran bleiben", sagt Martin Hahn angesichts eines Totenkopfes, den er zurzeit aus einem flachen Limestone-Block herausarbeitet.
(29.11.1999 / WZ Erkrath / v. Yasmin Temelli)
Die Ausstellung "LOK art" in Hochdahl bietet einen Querschnitt durch Erkraths Welt der Maler und Bildhauer.
Hochdahl. Die Wüste lebt. Als kulturelles Brachland kann Erkrath schon lange nicht mehr beschimpft werden. Einen weiteren Beweis für den Siegeszug von Kunst und Kultur lieferte"LOK art" - die fünfte Gemeinschaftsausstellung Erkrather Künstler vom 26. bis 29. November im alten Lokschuppen.

[...] Für den Großteil der zahlreichen Besucher war die bunte Kunstmischung ein Augenschmaus. Nur wenigen fehlte es an assoziativem Erfindungsreichtum. Eher das Gegenteil war der Fall. Ob die Holzskulptur "Zahn der Zeit" von Martin Hahn allerdings wirklich an Karies im Endstadium erinnern sollte, ist fraglich [...]
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